Dokumentation von http://linksunten.indymedia.org/de/node/53725

Brandstiftung gegen Krieg und Urban Operations Conference
Die Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH ist ein im Jahr 2010 gegründetes Joint-Venture zur Herstellung von militärischen Radfahrzeugen der beiden deutschen Unternehmen Rheinmetall und MAN Nutzfahrzeuge AG. Rheinmetall ist einer der Initiatoren der International Urban Operations Conference, die Anfang Februar in Berlin präsentiert wird.

Mit der RMMV verfolgen beide Unternehmen das Ziel, ihre militärtechnologischen Fähigkeiten zu bündeln. Dabei verspricht sich MAN bald auch eine nationale oder gar europaweite Konsolidierung des Produktionsbereiches der militärischen Nutzfahrzeuge. Die Fahrzeuge sollen international vertrieben werden. Zum 1. Mai 2010 führten beide Unternehmen ihre Aktivitäten in dem Gemeinschaftsunternehmen zusammen. Mit der Vereinigung der Vertriebsorganisationen beider Unternehmen hofft man, Kosten zu sparen und Jahresumsätze von bis zu 1 Milliarde Euro zu erwirtschaften. Der erste öffentliche Auftritt der RMMV fand auf der IDEB 2010 (Incheba Expo Bratislava / International Defence Exhibition Bratislava) in Preßburg statt.

Bis dahin werden die älteren Modelle der beiden Unternehmen die Modellpalette stellen. Bei gepanzerten Kettenfahrzeuge wie der Panzerhaubitze PzH 2000 und dem Schützenpanzer Puma, beide von Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co KG, wird die Rheinmetall Landsysteme GmbH weiterhin als Zulieferer geführt. MAN ist deshalb in Bezug auf die International Urban Operations Conference genauso wie Rheinmetall anzusehen.

http://www.rheinmetall-defence.com/index.php?fid=5305&lang=3

Ebenfalls in militärische Abenteuer ist die Deutsche Post verwickelt. Über ihren Ableger DHL betreibt sie auch nach dem Rückzug aus der Bewerbung um Großtransporte für die Bundeswehr den Transport von Feldpost und kleinen Teilen. Als Handlanger von Polizei und Geheimdiensten unterläuft die Deutsche Post das Recht auf informelle Selbstbestimmung indem sie technische Unterstützung bei der TKÜ und Postkontrolle leistet.

Die BZ berichtet jetzt von einem Feuer, welches diese Konzerne getroffen hat:

„Gegen 2.34 Uhr am Sonntagmorgen musste die Feuerwehr in den Tempelhofer Weg in Tempelhof ausrücken. Auf dem Gelände einer Werkstatt gingen zwei Laster der MAN – Truck & Bus Deutschland GmbH in Flammen auf.

Anwohner hatten die brennenden Fahrzeuge, die im Auftrag der Deutschen Post unterwegs sind, entdeckt. Von beiden Lieferwagen blieben nur Aschereste übrig, verletzt wurde glücklicherweise niemand. Die Polizei geht von Brandstiftung aus, zudem prüft der Staatsschutz, ob hinter der Zündelei politische Motive stecken.

Am 11. Januar wurden zwei Fahrzeuge der Wohnungsbaugesellschaft Degewo und einer Sicherheitstechnik-Firma, die für die Bundeswehr und die Polizei tätig ist, angesteckt. Später bekannten sich Linke Feuer-Chaoten dazu, die Brandstiftungen begangen zu haben.“

http://www.bz-berlin.de/tatorte/kommt-ihre-post-zu-spaet-hier-der-grund-article1369209.html

Strategiepapier der NATO zu Urban Operations

Wenn vom 31.Januar bis 02.Februar die International Urban Operations Conference in Berlin stattfindet, fragen sich bestimmt viele warum die dort auf der Tagesordnung stehenden Punkte nicht bei der im Anschluß beginnenden Sicherheitskonferenz in München behandelt werden.

Ein Teil der NATO Mitglieder widmet dem Aspekt Aufstandsbekämpfung in städtischen Gebieten mehr Aufmerksamkeit als andere Staaten.

Achtung, wer sich jetzt wirklich mit dem Thema intensiv beschäftigen möchte, hat viel zu lesen.

Der Auslöser für die aktuellen NATO Strategien über militärische, paramilitärische und polizeilich-zivile Interventionen in dicht bebauten Gebieten, die nicht einfach durch Luftangriffe zerstört werden sollen, sondern für eine Besatzung vorgesehen sind, war die Schlacht um die tschetschenische Hauptstadt Grosny im Jahr 1995.

Die Probleme auf die die russische Armee dort traf lassen sich auf zukünftige Einsätze einzelner NATO Staaten übertragen. Ein Analyst der US Streitkräfte verfasste 1999 das Papier „The Battle of Grozny: Deadly Classrom for Urban Combat“

Dieser Text ist hier zu finden
http://www.carlisle.army.mil/USAWC/PARAMETERS/Articles/99summer/thomas.htm

Als Ergebnis des russischen Scheiterns in Tschetschenien entstand im April 2003 das NATO Dokument „Urban Operations in the year 2020″ .

Das Papier scheint keiner Geheimhaltung zu unterliegen und kann hier nachgelesen werden

http://byebyeunclesam.files.wordpress.com/2008/10/tr-071-all.pdf

Mögliche Szenarien für Urban Operations könnten zum Beispiel Kämpfe um Trinkwasser im Mittelmeerraum oder zusammenbrechende Staaten wie Somalia sein.

Dokumentation von Indymedia:

Gesellschaft für Wehrtechnik markiert
Einen Tag vor Beginn der „Urban Operations Conference“ in Berlin wurde der Sitz der der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik (DWT) ,als Organisatorin der Kriegstagung, am Hochstadenring 50 in Bonn markiert. Ein einziger Farbbeutel (mit 10 Liter Lackfarbe) vor dem Portal des Verwaltungsgebäudes zwingt die Mitarbeiter*innen heute zum Sprung über die „Blutlache“.
Die DWT lädt ab morgen (vom 31.1-2.2) zu einer Kriegstagung ins Hotel Maritim in der Freidrichstr. 151 in Berlin, die sich neben der üblichen Waffenschau europäischer Rüstungsunternehmen insbesondere mit neuen Kriegstechniken auch in städtischen Ballungsräumen befasst. Hochrangige Offiziere des Gefechtsübungszentrums (GÜZ) in der Letzlinger Heide bei Magdeburg sind für das Thema Training urbaner Kampfhandlungen geladen. Auf dem riesigen Gelände des GÜZ soll noch dieses Jahr mit dem Bau einer Übungsstadt begonnen werden (inklusive Flughafen und U-Bahnstationen): zum verbesserten Einüben der Aufstandsbekämpfung als zentralem Bestandteil moderner Kriegsführung.

Am Wochenende beginnt dann die nächste Kriegstagung, Ischingers internationale „Sicherheitskonferenz“ in München, auf der explizit die Steigerung der militärischen Schlagkraft der EU gefordert wird: zur Erlangung einer „glaubwürdigen miltärischen Dimension“.
Kriegsführung wird zum „Sicherheitsexport“ in die ganze Welt. Aufstandsbekämpfung wird zum allgemeinen Konzept, in dem innere und äußere Sicherheit aufgehen. Bulle und Soldat sollen zukünftig zu universell einsetzbarem „Sicherheitspersonal“ verschmelzen, ob zur Räumung der Kaderschmiede in der Rigaer oder zur Zerschlagung einer „aufständischen“ Demonstration an einem Checkpoint in Afghanistan. Einzelne Komponenten von Einsätzen zur „Friedenserzwingung“ und die Sicherung/ Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung nähern sich methodisch an. Und so verwundert es auch nicht, dass sich die Urban Operations Conference als Kriegstagung und der Polizeikongress (14.+15.2. in Berlin) inhaltlich stark überschneiden.

Wer Antimilitarismus und Antirepression weiterhin voneinander getrennt sieht, wird die „Versicherheitlichung“ als umfassende Tendenz nicht begreifen (und angreifen) können.

Aufstandsbekämpfung bekämpfen!
Sicherheitsstrategien und ihre Strateg*innen verunsichern
Der Militarisierung entgegen treten
Krieg beginnt hier!

Polizei spielt Häuserkampf für zivil-militärische EU-Politik

Bei Telepolis ist eine Zusammenfassung der aktuellen Pläne für die Verschmelzung von Polizeibehörden und Gendarmerien mit militärischen Aufgaben erschienen.
In United Kingdom bereiten sich unterdessen Falschirmjäger auf Einsätze gegen Jugendgangs während der Olympiade vor.

Auch der Einsatz von Spitzeln wird von der EU weiter voran getrieben.