Demo 2012

1500 Leute bei Demo in Neukölln. Dynamisches Ende am Reuterhplatz.
Heute fand in Berlin Neukölln eine Antirepressionsdemo unter dem Motto „Fight capitalist war – fight capitalist peace!“ statt. Rund 1500 Leute folgten einem der vielen Aufrufe von linksradikalen Gruppen. Ab 16Uhr sammelten sich Leute am Herrfurthplatz und in den umliegende Straßen. Das Konzept, sich erst der laufenden Demo anzuschießen fand großen Anklang. Nach einer leichten Verzögerung und einer kurzen Auftaktkundgebung setzte sich der, zunächst noch überschaubare Zug in Bewegung. Mit schnellem Schritt und lauten Parolen ging es erst eine Runde um den Herrfurthplatz und dann durch den Schillerkiez. Dort gab es auf einem Hausdach eine bengalische Solidaritätbekundung, die die Stimmung zusätzlich anheizte. Bis zur Werbellinstraße wuchs die Demo auf ihre volle Größe an. Dort passierte sie eine Polizeiwache, vor der sich bereits vor Eintreffen der Demonstration behelmte Bullen hinter Tretgittern versteckten. Erst ab der Karl-Marx-Straße zeigten sich auch Bullen, die die Demonstration zufuß begleiteten, wenn auch nur auf Abstand. Ansonsten gab es kein Spalier oder dergleichen Provokationen. Ein Kamerawagen der Bullen, versuchte die ganze Zeit über vergeblich, die vorderen Reihen abzufilmen. Zwei Regenschirme vor der ersten Reihe verhinderten allerdings diesen geplanten Eingriff in die informationelle Selbstbestimmung, bis der Kamerawagen irgendwann genervt abdrehte und von dem Unterfangen abließ.
Mit mehrsprachigen Flugblättern wurden interessierte Passanten über den Polizeikongress, die International Urban Operations Conference, sowie institutionellen Rassismus und Polizeigewalt informiert. In Redebeiträgen wurde vor allem auf das repressive Klima im Schillerkiez und das Quartiersmanagement, welches mit dafür verantwortlich ist informiert.
Am Reutherplatz entschied sich die Menge spontan für mehr Action. Viele vermummten sich und machten sich in Kleingruppen über den Platz davon. Die Demo wurde, ebenso zügig wie sie lief, von der Anmeldung für beendet erklärt und anschließend aufgelöst. Kurz zuvor musste der „Kontakt zu Veranstalter“-Bulle noch einmal in die Horizontale und Bekanntschaft mit der Genossin Grauwacke machen.
Nach der Demo versuchten die Schweine, Wege nach Kreuzberg zu blockieren, um ein Übergreifen der Dynamik auf den Nachbarbezirk zu verhindern. Was zur Zeit abgeht lässt sich nur erahnen. Es soll einen Kessel in Kreuzberg geben und in Neukölln sind überall Bullen geparkt oder fahren unkoordinert durch die Gegend. Bleibt zu hoffen, dass die Bullen noch eine möglichst unangenehme und stressige Nacht vor sich haben.

Bis jetzt ist eine positive Bilanz zu ziehen. Die Ansage, sich nicht den Charakter der Demo von der Gegenseite diktieren zu lassen, hat Wirkung gezeigt: Kein Spalier, kein Gefilme, Vorkontrollen eher unmotiviert etc.

(Quelle: Indymedia)

Ein ausführlicherer Nachbereitungs-Artikel folgt bald

Solidarität mit der Rigear 94 und allen anderen von Repression betroffenen Menschen
One Struggle One Fight !!!