Aus dem Polizeiticker:

Bei einer als „Demonstration gegen den Polizeikongress“ angemeldeten Versammlung kam es gestern Nachmittag zu einer Reihe von Angriffen auf Polizeibeamte.
Zunächst hatten sich ab 15 Uhr 45 etwa 300 Personen aus dem linken Spektrum mit Transparenten und einem Lautsprecherwagen auf dem Herrfurthplatz versammelt. Bereits bei Vorkontrollen musste die Polizei Vermummungsutensilien und Pyrotechnik sicherstellen. Gegen 16 Uhr 45 Uhr startete der Aufzug. 600 Demonstranten bewegten sich auf der genehmigten Wegstrecke, als bereits wenige Minuten nach Beginn Glasflaschen, Pyrotechnik und Steine auf Polizeibeamte geworfen wurden. Zwischenzeitlich wuchs der Aufzug auf ca. 1.000 Teilnehmer an, die sich überwiegend aggressiv verhielten. In der Weserstraße wurde der Verbindungsbeamte der Polizei, dessen Aufgabe darin besteht, den Kontakt zwischen dem Versammlungsleiter und dem Leiter des Polizeieinsatzes zu halten, mit einem Tritt in den Rücken zu Fall gebracht und verletzt. Gegen 17 Uhr 35 wurde die Demonstration von der Versammlungsleiterin am Reuterplatz überraschend beendet. In der Folge begingen abströmende Teilnehmer weitere Straftaten, griffen u.a. Verkehrspolizisten an, zerstörten Schaufensterscheiben an Geschäften, aus denen Ware gestohlen wurde, und versuchten mehrfach erfolglos, sich in größeren Gruppen zu sammeln und geschlossen in Richtung Friedrichshain-Kreuzberg zu ziehen. Die polizeilichen Maßnahmen führten bis 20 Uhr zu einer vollständigen Lageberuhigung. Insgesamt wurden 96 Personen überprüft, es gab 35 Freiheitsentziehungen, diverse Platzverweise und 13 Strafermittlungsverfahren wurden eingeleitet.

Zu einer Reihe strafbarer Aktionen kam es in der vergangenen Nacht in Friedrichshain. Ein Bezug zu einer Demonstration am Nachmittag in Neukölln, die von Angriffen auf die Polizei gekennzeichnet war, ist nicht auszuschließen.
Kurz nach Mitternacht wurden gewaltbereite Gruppen in Friedrichshain aktiv. Gegen 0 Uhr 25 Uhr betraten mehrere unbekannte Personen den Hof der (vor einem Jahr von der Polizei gewaltsam geräumten) Liebigstraße 14 und zerschlugen dort Fensterscheiben. Anschließend begaben sie sich in den Flur des Hauses und besprühten die Wand.

Indymedia berichtet über einen Angriff der Polizei auf das gesamte Haus in der Rigaerstr. 94:

Die Kadterschmiede und das Hausprojekt Rigaer 94 in Berlin wurden in der vergangenen Nacht von mindestens einer Hundertschaft gestürmt.
Beamte der 24. Einsatzhundertschaft haben über mehrere Stunden mit Rammböcken, Brecheisen und Leitern versucht, an verschiedenen Punkten in das Haus zu kommen. Dabei wurden in Intervallen Kartuschenweise Pfefferspray und der Inhalt mehrerer Feuerlöschern ins Innere gesprüht, bis sich die z.T. giftigen Stoffe im ganzen Haus verteilt hatten. Rufe aus den oberen Stockwerken, dass die Räume im Untergeschoss nicht zu entlüften sind, wurden mit „Dann macht halt die Tür auf“ und „Heult doch!“ quittiert. Mit der Begründung, es sei aus dem Haus heraus zu Angriffen auf Polizeibeamte gekommen, wurden alle Wohnungen gestürmt, wobei die Schweine nicht zimperlich gegen die Anwesenden vorgingen.

Als sie im Haus waren, wurde kein Widerstand geleistet, trotzdem wurden die Anwesenden brutal zu Boden gebracht, dabei z.T. geschlagen und getreten und anschließend gefesselt. Mindestens eine Person musste zur Behandlung in ein Krankenhaus. Wieviele letztendlich durch den Polizeieinsatz verletzt worden sind, ist unklar, es sind jedoch weitere RTW vor dem Haus gesehen worden. Zur Stunde hat die Berliner Polizei die Rigaer Straße zwischen Liebig- und Proskauer Straße abgesperrt, was mit den im Haus anwesenden im Weiteren geschieht, ist unklar. Spekuliert wird aber, dass sie Leute auf Gefangenensammelstellen bringen und das Haus komplett durchsuchen. Presse, Anwälte und Abgeordnete die vor Ort waren/sind, wurden/werden von der Polizei nicht zum Haus gelassen.

In der Kadterschmiede fand am Abend eine Soliveranstaltung zur Demo gegen den Internationalen Polizeikongress statt.